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Cybersecurity Trends 2024: Herausforderungen und Chancen im digitalen Zeitalter

Cybersecurity Trends 2024

Die digitale Landschaft hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und bietet sowohl immense Chancen als auch Herausforderungen. Insbesondere die Sicherheit im Cyberspace steht dabei im Fokus, da die Bedrohungen vielfältiger und komplexer werden. Für einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Trends haben wir uns die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland im Jahr 2023 genauer angesehen, wie sie vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dargelegt wurde.

Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2023

Im Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland für das Jahr 2023 betont das BSI die wachsende Bedrohungslage im Cyberraum. Besonders alarmierend ist die Zunahme von Ransomware-Angriffen, die nicht mehr nur große, zahlungskräftige Unternehmen ins Visier nehmen, sondern auch vermehrt kleine und mittlere Organisationen sowie staatliche Institutionen und Kommunen. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, da sie zu Ausfällen von öffentlichen Dienstleistungen und potenziellen Datenschutzverletzungen führen kann. So war es im letzten Jahr für die Stadtverwaltung der hessischen Gemeinde Rodgau, deren Mitarbeitende plötzlich keine E-Mails mehr verschicken und wieder mit Stift und Papier arbeiten mussten, weil sie Opfer eines Hackerangriffs aus Russland geworden war.

Ein weiterer besorgniserregender Trend ist die Professionalisierung der Cyberkriminalität. Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Arbeitsteilung und einen Dienstleistungsansatz, um ihre Angriffe effektiver durchzuführen. Zudem registriert das BSI einen alarmierenden Anstieg von Schwachstellen in Software, die als Einfallstor für Cyberangriffe dienen können. Die steigende Anzahl kritischer Schwachstellen stellt Unternehmen und Behörden vor noch nie dagewesene Herausforderungen im Bereich der Schwachstellenverwaltung.

Außerdem liegt ein Schwerpunkt des Berichts auf den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die IT-Sicherheitslage in Deutschland. Während pro-russische Aktivisten DDoS-Angriffe durchführen, um Verunsicherung zu stiften, stehen deutsche Behörden vor der Herausforderung, die Sicherheit der digitalen Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es entscheidend, einen Blick auf die bevorstehenden Trends und Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit zu werfen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die digitale Resilienz zu stärken.

Die Top 5 Cybersecurity Trends 2024

Trend 1: Wachsende Cyberbedrohungen

Die Bedrohungslage im Cyberraum wird sich voraussichtlich weiter verschärfen, wobei insbesondere Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Behörden zunehmen. Diese sind bereits seit Jahren die größte Bedrohung für Wirtschaft sowie Stadt und Verwaltung. Immerhin zwei Ransomware-Angriffe auf Kommunalverwaltungen oder kommunale Betriebe wurden im Jahr 2023 durchschnittlich pro Monat bekannt, wie aus dem Lagebericht des BSI hervorgeht. Gleichzeitig sind im letzten Jahr 68 solcher Angriffe auf Unternehmen geglückt.

Dabei gehen Ransomware-Attacken sowie andere cyberkriminelle Angriffe meist mit Lösegeldforderungen einher. Doch insbesondere bei staatlichen Institutionen wird eine solche Motivation infrage gestellt. Stattdessen wird vermutet, dass die Hintergründe für solche Angriffe auf Städte und Verwaltungen in den Interessen eines anderen Staates, einer ideologischen Motivation oder einem Bedürfnis nach Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Unternehmen und Verwaltungen müssen in Anbetracht dieses besorgniserregenden Trends ihre Abwehrmaßnahmen umgehend verstärken und proaktiv auf neue Bedrohungen reagieren, um ihre digitalen Assets zu schützen.

Trend 2: Neue Regulierungen und digitale Souveränität

Die Einführung neuer Regulierungen und gesetzlicher Vorgaben wird Unternehmen dazu zwingen, ihre Cybersecurity-Strategien anzupassen und ihre digitale Souveränität zu stärken – aufgrund der wachsenden Cyberbedrohungen ist dieser Schritt längst notwendig.

Die NIS-2-Richtlinie („The Network and Information Security (NIS) Directive“) spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese Richtlinie der Europäischen Union bereits im Januar 2023 in Kraft getreten und muss bis Oktober 2024 von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht überführt werden. Seit Juli 2023 existiert in Deutschland ein Referentenentwurf zur Umsetzung, das sogenannte NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz (NIS-2UmsuCG).

Konkret werden Unternehmen durch die neuen Richtlinien dazu verpflichtet, ihre IT-Infrastrukturen ausreichend zu sichern und bestimmte Datenschutzstandards einzuhalten, um das Gesamtniveau der Cybersicherheit in der EU zu steigern. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche Cyber-Risikomanagement, Kontrolle und Überwachung und den Umgang mit Zwischenfällen. 

Hierzu müssen sich Unternehmen im Jahr 2024 informieren und geeignete Maßnahmen durchsetzen.

Trend 3: KI und Quanten-Cybersecurity als Technologien zur Cyberabwehr

Künstliche Intelligenz (KI) wird eine zunehmend wichtige Rolle bei der Abwehr von Cyberangriffen spielen. Durch den Einsatz von AI-gestützten Sicherheitslösungen können Unternehmen Angriffe frühzeitig erkennen und effektiv darauf reagieren, um ihre Systeme und Daten zu schützen.

Zeitgleich stellt eine andere Technologie eine neue Herausforderung für die Cybersicherheit dar: Die Quantentechnologie. Die Fähigkeit von Quantencomputern, herkömmliche Verschlüsselungstechnologien zu brechen, erfordert die Entwicklung neuer quanten-sicherer Verschlüsselungsverfahren, um die Sicherheit digitaler Kommunikation zu gewährleisten. Regierungen und KRITIS-Bereiche, aber auch Unternehmen müssen proaktiv handeln, um sich auf diese neue Ära der Cybersicherheit vorzubereiten und ihre digitalen Assets zu schützen.

Auf der anderen Seite ist es aber genau diese Quantentechnologie, die Verschlüsselungen auch sehr viel sicherer vor Angriffen machen kann. Das Startup Quantum Cybersecurity Group (QCG) ist ein Vorreiter an dieser Stelle, das sich die Quantentechnologie zunutze gemacht hat, um mithilfe einer Kombination aus sicheren Keys (durch QRNGs) und sicherer Schlüsselübergabe (Post-Quantum Algorithmen) eine quantum-sichere Lösung zu entwickeln. So wird eine gesicherte Kommunikation für interne Netzwerke gewährleistet und zugleich ein kontrollierter Zugang für Partner und Lieferanten geschaffen. Durch die Implementierung einer zweiten Sicherheitsebene ist QCG zukunfts- und quantum-sicher und flexibel für kryptoagile Anforderungen. Genau diese Lösungen sind es, die Unternehmen im Jahr 2024 integrieren und nutzen müssen, um sich vor Cyberbedrohungen zu schützen.

Trend 4: Dezentralisierung und Resilienz

Die Bedeutung von Cloud-Technologien für Unternehmen nimmt unaufhaltsam zu. Angesichts der ständig wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe und der steigenden Notwendigkeit, flexibel und skalierbar zu bleiben, setzen immer mehr Unternehmen auf Cloud-Lösungen. Aber warum genau?

Ein entscheidender Vorteil der Cloud liegt in ihrer dezentralen Speicherung von Daten. Im Gegensatz zu traditionellen lokalen Servern, die anfällig für Ausfälle und Datenverluste sein können, bietet die Cloud eine robuste Infrastruktur, die Ausfälle minimiert und eine hohe Verfügbarkeit der Dienste gewährleistet. Durch die Verteilung von Daten auf mehrere Standorte können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Informationen auch im Falle eines Ausfalls eines Rechenzentrums weiterhin zugänglich sind.

Darüber hinaus ermöglichen Cloud-Services Unternehmen, ihre Ressourcen bedarfsgerecht zu skalieren. Anstatt teure Hardware und Infrastruktur im Voraus zu kaufen und zu warten, können Unternehmen bei Bedarf zusätzliche Ressourcen hinzufügen und bei geringer Nutzung skalieren. Dies verbessert nicht nur die Effizienz, sondern reduziert auch die Betriebskosten erheblich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Cloud-Anbieter investieren erhebliche Ressourcen in die Sicherheit ihrer Infrastruktur und bieten fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Zugriffskontrolle und regelmäßige Sicherheitsaudits. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Daten besser zu schützen und ihre Resilienz gegenüber Cyberangriffen zu verbessern.

Trend 5: Herausforderungen im Umgang mit Fachkräften

Der Fachkräftemangel ist in der IT-Branche bereits seit Jahren ein gravierendes Problem und macht auch vor dem Bereich der Cybersicherheit nicht halt. Laut einer aktuellen Studie von Sophos entfallen ganze 71 Prozent des IT-Fachkräftemangels auf den Bereich der Cybersecurity. Diese alarmierende Entwicklung stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, da qualifizierte Fachkräfte dringend benötigt werden, um den ständig wachsenden Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit gerecht zu werden und Unternehmen sowie Behörden vor den zunehmenden Cyberbedrohungen zu schützen.

Die Situation ist besonders besorgniserregend angesichts der ständig wechselnden und immer raffinierteren Angriffsmethoden, denen Organisationen weltweit ausgesetzt sind. Ohne ausreichend geschulte Sicherheitsexperten ist es für Unternehmen und Behörden äußerst schwierig, mit den neuesten Trends und Bedrohungen Schritt zu halten und ihre digitale Infrastruktur effektiv zu schützen.

In Anbetracht dieser Herausforderungen wird die Aus- und Weiterbildung von Sicherheitsexperten auch im Jahr 2024 ein zentraler Trend bleiben. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Organisationen in die Ausbildung und Qualifizierung ihres Personals investieren, um sicherzustellen, dass sie über das erforderliche Know-how und die Fähigkeiten verfügen, um den ständig wachsenden Anforderungen an die Cybersicherheit gerecht zu werden. Durch eine gezielte Ausbildung und Weiterbildung können Unternehmen und Behörden ihre digitale Resilienz stärken und sich besser gegen Cyberangriffe wappnen.

Fazit

Insgesamt wird das Jahr 2024 für die Cybersicherheit eine Zeit der Herausforderungen, aber auch der Chancen sein. Die Analyse der aktuellen Trends und Entwicklungen zeigt eine zunehmende Komplexität und Intensität der Bedrohungen im digitalen Raum. Insbesondere die Verbreitung von Ransomware-Angriffen auf Unternehmen und staatliche Institutionen stellt eine ernsthafte Gefahr dar, die dringend angegangen werden muss. Unternehmen müssen agil und innovativ sein, um den sich ständig wandelnden Bedrohungen erfolgreich zu begegnen und ihre digitale Resilienz zu stärken. Nur durch eine ganzheitliche und proaktive Herangehensweise können sie ihre digitalen Assets effektiv schützen und langfristig erfolgreich sein.